Facebook|Twitter|Soundcloud|Youtube|Instagram

Projects

ARNE JANSEN TRIO – NINE FIRMAMENTS (Traumton Records)

VÖ: 14.10.2016

Arne Jansen: Gitarre
Robert Lucaciu: Kontrabass
Eric Schaefer: Schlagzeug

„Er kann wunderbar lyrische Geflechte zaubern, vertrackte Themen aufflackern lassen und auch mal rockige Explosivität zelebrieren: Das Trio des Gitarristen Arne Jansen ist ein sinnlich-intellektuelles Vergnügen.“
(Jazzzeitung 2006/02, Critics Choice, Roland Spiegel, BR)

Als Gitarrist und Komponist hat Arne Jansen noch nie in Genre-Kategorien gedacht. Schon mit seinen ersten beiden Trio-Alben nahm der ECHO-Preisträger mindestens in Deutschland eine besondere Rolle ein. Melodiöse Stücke, transparente Arrangements und ein warmer Gitarrensound gehören bis heute zu Jansens Markenzeichen. Auch sein neues Album Nine Firmaments enthält viele „Songs ohne Worte“, von denen manche so schnell und ohne Umwege ins Bewusstsein wandern, als seien sie dort schon immer zuhause gewesen. Jansen bevorzugt klare Linien und vermeidet jede plakative Artistik. Der Gedanke, durch gezielte Wahl der Mittel intensivere Atmosphären und stärkere Aussagen zu entwickeln, motiviert ihn heute mehr denn je. Was nicht ausschließt, dass seine Finger zwischendurch in ihrer ganz eigenen Ästhetik übers Griffbrett tänzeln.

Immerhin nahm Arne Jansen einst als Teenager wegen Jimi Hendrix und den Dire Straits
erstmals eine Gitarre in die Hand. Große Erzähler des Pop, etwa Bob Dylan und Joni Mitchell, gehörten ebenso zu seinen frühen Inspirationsquellen wie die Beatles und Pink Floyd, die er im Plattenschrank seiner Eltern fand. Mit 17 entdeckte Arne Jansen Musik von Pat Metheny und John Scofield, die ihm neue Horizonte eröffneten. Heute, rund zwei Dutzend Jahre später, nennt Jansen für seine Stücke natürlich andere Inspirationsquellen. „Im Sommer 2012 unternahm ich mit meiner Frau eine Reise nach Südost- und Südeuropa. Wir bewegten uns auf den Spuren von Janacek und Rilke und in Lugano erinnerte ich mich an Hesses Roman Klingsors letzter Sommer“, erzählt Jansen. „Die Handlung eines Kapitels spielt im Bergdorf Carona und natürlich haben wir dann auch diesen Ort besucht. Kaum zurück in Deutschland, rief mich der Bassist Marc Muellbauer an und fragte, ob ich einige Konzerte in seinem Tentett spielen wolle. Eines davon fand, als einmaliges Ereignis, exakt in Carona statt, wodurch ich 2013 ein zweites Mal dort war. Das war schon eine Art Zeichen.“ Die Atmosphäre südländischer Sommernächte lässt sich, sagt Jansen, schon an den Titeln einiger Stücke ablesen und gab der Musik eine gewisse Leichtigkeit und Gelassenheit.

Starke Impulse kamen auch von dem bildenden Künstler Timo Nasseri, den Jansen zu seinen langjährigen Freunden zählt. Nasseris Arbeiten sind auf dem Cover und im Booklet des Albums zu sehen, doch nicht nur das. „Eine seiner jüngsten Ausstellungen hieß Nine Firmaments“, erzählt Jansen, „die Definition des Firmaments als eine Verbindungs-Schicht von der irdischen Welt zu den höheren Mächten gefällt mir, zumal man das gleiche über Musik sagt. Außerdem heißt es in der Mythologie, dass in den neun Firmamenten die Engelschöre zuhause sind.“ Für das Bild auf der Vorderseite des Albumcovers hat Nasseri eine Sternkonstellation berechnet, wie sie am Todestag der historischen Visionärin, Philosophin und Astronomin Hypatia über Alexandria zu sehen war.

Selbstverständlich fanden keine Engelschöre den Weg in Arne Jansens musikalische Welt. Stattdessen kam ein neuer Bassist dazu, nämlich Robert Lucaciu aus Leipzig. Ihm eilt der Ruf voraus, sich auch mit Klangwelten der Neuen Musik zu beschäftigen und – neben trockenen Grooves und pointiert gezupften Tönen – alle Facetten den Bogenstrichs zu beherrschen. Letzteres ist in zwei Stücken, It’s Always Night und Between Two Moons, unüberhörbar. Am Schlagzeug sitzt hingegen ein alter Bekannter Jansens, nämlich Eric Schaefer. Seit 1997 sind sie beste Freunde. Beim Spielen verbindet die beiden ein intuitives Einverständnis, das auch in gemeinsamen Interessen abseits der Musik wurzelt. Jansen und Schaefer haben sich beide über Jahre intensiv mit Buddhismus und Meditation beschäftigt. „Direkt nach den Aufnahmen zum Album sagte Eric fast erstaunt zu mir, dass er noch nie so gradlinig gespielt habe“, erinnert sich Jansen lachend. Als Bandleader ist er zwar für alle Kompositionen verantwortlich, lässt aber stets Raum für Ideen von Schaefer und Lucaciu. Konsequent bezeichnet er die Musik auf Nine Firmaments als Ergebnis eines Bandprozesses. Das erwähnte Between Two Moons ist dafür ein gutes Beispiel. „Ich brachte eigentlich nur eine Skizze mit ins Studio, über die wir improvisiert haben. Schon der erste Take der Session kam letztlich auf die Platte.“ Die Dramaturgie mit schwellenden Sounds, klingenden Becken, gestrichenen Bass-Motiven und erst ab der Hälfte des Stücks einsetzenden Trommelschlägen kreiert eine individuelle Stimmung. Der letzte Titel des Albums, He Who Counts The Stars, fällt durch ein ebenso spezielles Arrangement auf, das dank Stephan Brauns Cello besonders kammermusikalisch erscheint.

Seit seinem Debüt erfreut sich das Arne Jansen Trio positiver Resonanz aus vielen Richtungen. Allein der Umfang der Print-Pressemappe ist enorm. 2014 wurde Jansen für das Album The Sleep of Reason-Ode to Goya (ACT) mit einem ECHO Jazz ausgezeichnet, im November des gleichen Jahres war die Band auf ausgedehnter Indien-Tournee. Dort gastierte sie unter anderem beim großen Jazz Utsav-Festival in Neu Delhi. Andere Festival-Einladungen kamen aus Riga und (vor der Annexion durch Russland) von der Krim; 2015 spielten Jansen & Co. im Rahmen der 25. Jazzbaltica. Darüber hinaus ist das Trio schon in den USA, Argentinien, Skandinavien und natürlich vielen europäischen Ländern getourt. Vor einigen Wochen wurde Jansen für den von der GEMA gestifteten Deutschen Musikautoren Preis nominiert, was besonders bemerkenswert ist, da in der Jury neben zwei Komponisten aus der Neuen Musik unter anderem Wolfgang Niedecken und Max Herre sitzen.

1975 in Kiel geboren, wollte Arne Jansen schon früh Gitarre spielen. Die Geigenlehrerin seiner Schwester fand jedoch, das sei kein ernsthaftes Instrument und riet zur Klarinette. An der Schule in Flensburg animierte eine Bigband Jansen nicht nur zum Mitspielen, sie brachte ihn auch zum Tenorsaxophon und zu Konzerten bis in die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig hörte er Rockmusik, gründete dann sein erstes Gitarrentrio, mit dem er als „Vorgruppe“ der Schul-Bigband vor rund 1000 Jugendlichen bei einem (anderen) Konzert auf der Krim auftrat. Noch vor dem Abitur bekam Arne Jansen dank einer Landesförderung die Möglichkeit, einen ganzen Jahrgang der Jazzbaltica live zu verfolgen. „Nach den Konzerten saß ich mit den berühmten Musikern im Schloss zusammen und fühlte mich zuhause“, erinnert er sich. „Da wurde mir klar, dass ich das unbedingt auch machen muss, es war geradezu eine Notwendigkeit. Ich habe danach zwei Jahre geübt wie ein Verrückter, um die Aufnahmeprüfung an der Universität der Künste in Berlin zu schaffen.“ Von 1996 bis 2001 studierte er hier, unter anderem bei David Friedman, Peter Weniger und Jerry Granelli. Danach blieb er in der Hauptstadt.

Bis heute ist Arne Jansen kein großer Freund von Effektgeräten. Auftrumpfende Tempoorgien haben ihn noch nie interessiert. Absichtsvoll bewahrt er die Songform vor übertriebener Abstraktion, findet Tiefe in einem vieldeutigen, assoziativen Understatement, das zugänglich ist, ohne leichtfertig zu werden. Es gibt nicht viele Musiker im deutschen Jazz, die diesen Balanceakt so elegant vollziehen wie das Arne Jansen Trio.

Presse:
Diese Musik ruht […] in sich, verweigert sich dem verstiegen Experimentellen genauso konsequent wie dem vordergründig Sportlichen. Von diesem Gitarristen werde Töne nicht gefressen wie anabole Steroide, sondern flächig ausgebreitet, durch die Rockwalze gedreht, und mit dem Instrumentarium des Jazz filigran gedrechselt, bis daraus eine atmosphärische Stimmung erwachsen ist, die dann als eine Art Grundton erhalten bleibt. Bei Jansen atmet jeder Ton Authentizität.”
 Jazzpodium, Volker Doberstein, 12/2008

So sparsam und zögernd wie dieser Musiker immer wieder seine herrlich angerauten Töne in diese acht Instrumentals tropfen lässt, das ist einfach einzigartig, originell, eigenwillig und beeindruckend. Gemeinsam mit Eva Kruse (b) und Eric Schaefer (dr) ist dem Berliner eine Album-Produktion gelungen, die […] abseits von Jazz-Tradition, theoriegeschwängertem Skalendogmatismus und Avantgarde-Zwängen eine ganz eigene intensive und schöne Musik transportiert.” 

Gitarre & Bass, 11/2008

Arne Jansen

The Sleep of Reason – Ode to Goya ACT 9539-2

Release Date: 31.05.2013

If you’ve ever heard the Berlin guitarist Arne Jansen, you’ll know how difficult it is to forget his special sound. That passionate rummaging around in the warm diversity of the electric guitar, where bashful understatement mixes with playful sensuality. The humaneness become sound that always searches for what is special in the commonplace, exudes serenity and yet never itself comes to rest because its quest never ceases.

Originally from Flensburg, Jansen moved to Berlin in 1996 to study jazz guitar at the University of the Arts until 2001. In workshops with Pat Metheny, John Abercrombie, Kurt Rosenwinkel and Philip Catherine he honed his craft and was soon playing alongside stars like Gitte Haenning, Tim Fischer and Katja Riemann. In the bands Jazzanova and, since 2010, the Nils Wülker Group, Jansen also attracted a lot of attention, but the centre of his creative universe is his own trio, with which he has released two critically acclaimed albums.

Now, with his third album, his ACT debut “The Sleep Of Reason”, Jansen again tells a very personal story. It is a collection of pieces about the Spanish painter Francisco Goya, who began his artistic career as a celebrated court painter, and who in the course of his long life transformed into a maverick visionary whose fateful influence on art cannot be overestimated, even 200 years after his death. On the contrary, Goya is becoming ever more contemporary, but Jansen wasn’t thinking about the Spaniard’s art-historical significance when he set out to translate Goya’s visual imagery into sound. The initial spark for the album was a personal encounter. When playing a concert a few years ago in Madrid, Jansen took the time to visit the famed Prado art gallery. As he was just about to leave his glance fell upon Goya’s Black Paintings. In particular the famous “Witches’ Sabbath” and “A Pilgrimage to San Isidro”, with their contorted faces and horrified eyes, left such a lasting impression on him that he speaks of this moment as the most intimate experience with art in his whole life. He knew immediately that that subject and that man would never let go of him, and back in Berlin he began occupying himself intensively with Goya. A veritable flood of ideas galvanised his composing quill into action, culminating in his album “The Sleep Of Reason”.

Jansen avoids simply delivering a soundtrack to Goya paintings as it is more about the feelings these works provoked in him. Although he did install some Goya reproductions in the studio during the production, what he does much more is enter a dialogue with the artist held over the distance of centuries, responding to the paintings with the tools and intentions of his own chosen language.

He encounters the Spaniard from the standpoint of a modern-day German musician, who has no need of Hispanisms to penetrate the imagery. “The thing that fascinates me about Goya is that throughout the course of his life he continually closes in on what he considers to be the essence of being human,” says Jansen. “He was always very honest with himself, and to do that justice, I also had to be honest with myself, and inserting Spanish influences wouldn’t have been truthful.” Instead he mixes in sound imagery from jazz and rock hymns, crowned by two cover versions of U2’s “Love Is Blindness” and Brothers In Arms” by Dire Straits. Neither piece has a direct causal relationship to Goya, but they had a formative influence on Jansen’s musical resumé and they fit in organically with the conceptual themes of the great Spaniard.

Goya was of course a loner, but Jansen looked for a number of allies to help him exploit the spectrum of colours as fully as possible. He began developing and building on the tracks in his trio with drummer Eric Schaefer and bassist Andreas Edelmann, but he soon noticed that something was missing. Structural ideas reached out like Goya’s chimeras. What were originally improvisations had to be refined. Forms that had already manifested themselves demanded new borders time and time again. Jansen went to Hamburg to record additional tracks with the keyboard explorer Friedrich Paravicini, who contributed not only a Hammond organ, cembalo, vibraphone and cello, but also the magical tones of the Ondes Martenot, a prehistoric electronic keyboard. But the sounded needed even more life: cellist Stephan Braun was recruited, and one track emerged in a duet with trumpeter Nils Wülker, whom Jansen has collaborated with for many years now. Co-producer Axel Reinemer, well known from the Berlin jazz producing guerrilla Jazzanova, also had a major influence on the final sound, spending more time in the studio with Jansen looking for the right textures and sounds than the trio itself in the original recording sessions.

What results is a complex masterwork that needn’t shy comparison with the painted originals because it neither copies them nor comments on them, but allows the affectionately brutal fascination that Goya’s paintings exercise on the keen spirit of the 21st century to breathe musically. Goya’s struggles – that becomes more than clear in this music – but also his fulfilment are still relevant to this day. Arne Jansen is a great contemporary sound-painter.

 

 Jazzanova feat. Paul Randolph  

Ever changing and evolving, the Berlin based eclectic collective Jazzanova went from their early sampled and programmed productions in the 90s to a singer songwriter and live band project in early 2009. Within the past three years Jazzanova feat. Paul Randolph played far over 150 shows around the globe including festivals like MELT!, FLOW, CAPETOWN JAZZ, JAVA JAZZ, NORTH SEA JAZZ to name but a few. Jazzanova producers Stefan Leisering & Axel Reinemer succeeded in bringing the spirit of their productions, remixes and extensive DJ touring on the live stage. Whoever had the chance to see them play live knows how magical this experience can be. Like no others they transport the richness and sublimity of their productions perfectly on stage.

After extensively touring worldwide Jazzanova finally takes it to the next stage: The ‚FUNKHAUS STUDIO SESSIONS‘. Jazzanova‘s first live album release will please every true music lover with an affinity for warm, soulful, deep and genuine musicianship. It represents their live playlist including the songs the band learned to love the most on tour as well as the audience‘s favourites and last but not least their fantastically soulful new song ‚I HUMAN‘. The album was recorded at the legendary GDR Rundfunk Orchestra Studios in East Berlin and was released on Sonar Kollektiv in May 2012.

 

 Nils Wülker Group “UP” 

 Up“ hat verschiedene Bedeutungen, aber alle führen nach oben.

Der Titel passt also perfekt, weil dieses achte Album den Trompeter und Songwriter Nils Wülker auf der Spitze seiner spielerischen und kompositorischen Kraft präsentiert – eindeutig großartig und enorm vielfältig.

So gekonnt wie stringent wird hier ein Spannungsbogen entwickelt, der von leidenschaftlichen Balladen über hymnische Songs bis zu cineastischen Stimmungen und ganz gewaltigen Grooves reicht.

Wülkers Wurzeln im Jazz werden dabei ebenso gefeiert wie seine Liebe zu großen Melodien und elegischen Kompositionen. Dass die dreizehn neuen Songs dieses Albums in gut sieben Monaten, in fünf Ländern und mit Kollegen wie MockyMax MutzkeJill Scott oder Craig Armstrong entstanden, also mehr denn je ein Resultat gekonnter Teamarbeit sind, macht sie umso aufregender. Und umso besser.

Nils Wülker – trp, Arne Jansen – g, Lars Duppler – p, Edward Maclean – b, Benny Greb – dr

 

Katja Riemann & Arne Jansen

Winter. Ein Roadmovie

„Wie klänge ein Schubert-Lied, wenn der, der es singt, nichts hätte als eine Stimme und eine Ausbildung, von dem unerträglichen aber, gegen das diese Lieder geschrieben wurden, hätte er keine Ahnung“ Martin Walser bringt auf den Punkt, was Schuberts oft nur als schwermütig schön verstandener Liederzyklus und Heinrich Heines berühmte „Winterreise“ gemeinsam haben – sie sind poetische Empfindung und politisches Epigramm.
In ihrer Verbindung von Geist und Seele, von Satire und Schwermut und Empfindsamkeit sind beide Werke ein Spiegel deutscher Geschichte. Katja Riemann und Arne Jansen beschäftigen sich in Zeiten der Eurokrise mit dem Traum von Europa, lange vor der EU. Heine und Schubert begegnen sich auf winterlicher Straße. Die Reise als Metapher für das Gefühl, heimatlos in der eigenen Heimat zu sein. Knapp dreißig Jahre liegen zwischen beiden Werken. Als Schubert seine tieftraurigen Balladen schrieb, erstickte Europa an der Restauration. Alleine in Wien gab es 10.000 „Geheimpolizisten“. Schubert trug viele seiner Arbeiten daher nur in kleinen, geschlossenen Zirkeln vor. Als Heinrich Heine im Winter 1843 von Paris nach Hamburg reiste, hatten sich die Dinge kaum geändert. Das schöne, satirische Versepos wurde in Preußen sofort verboten und ein Haftbefehl gegen den Dichter ausgestellt.

Booking: ertu@tomprodukt.de

http://www.tomprodukt.de/katja-riemann-und-arne-jansen